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Christlich – Muslimisches Zusammenleben in Europa: Herausforderungen und Chancen in Politik, Kultur, Erziehung und Religion


6. September 2007

 

Europäische Experten referieren über ihre Erfahrungen

Am zweiten Tag der internationalen Konferenz „Christlich –Muslimische Beziehungen im Nahen Osten und dem Westen“ fand an der Universität Bethlehem  ein interessanter und lebhafter Austausch zwischen Referenten aus der Schweiz, Deutschland, Belgien, Frankreich und Schweden und einem Publikum aus lokalen und internationalen Teilnehmern statt. Die Veranstaltungen behandelten vor allem die Beziehungen zwischen religiösen Gruppen  und säkularisierten Staaten in Europa und konzentrierten sich dabei speziell auf die muslimischen Minderheiten.

„In Frankreich können viele Muslime nicht verstehen, warum Schülerinnen in öffentlichen Schulen kein Kopftuch tragen dürfen.“, erklärte Pater Henri de la Hogue, Vizedirektor des Institut de Science et de Théologie des Religions am Institute Catholique de Paris. Viele französische Muslime hätten Schwierigkeiten, sich an die extrem säkularisierte Umgebung, mit der sie in vielen Europäischen Ländern konfrontiert werden, anzupassen.

Dr. Sami Aldeeb, Berater für arabisches und islamisches Recht am Swiss Institue of Comparative Law, kritisierte die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz dafür, sich nicht nach den säkularen Gesetzen in ihrem Land zu richten.
Dieser Standpunkt wurde von Pater Jean Jacques Pérennés, Generalsekretär des Dominican Institute for Oriental Studies in Kairo, stark in Frage gestellt.
Er bezeichnete die Universität Bethlehem als Vorzeigemodell, an dem die Ausübung beider Religionen erlaubt ist, was zu einem fruchtbaren Dialog und einem produktiven Miteinander führt.

Dr. Werner Wertgen, Professor an der Katholischen Fachhochschule Paderborn, beschrieb verschiedene Umstände, die als problematisch betrachtet werden können.
Diese würden jedoch nicht durch den Islam an sich ausgelöst, sondern seien „soziale und kulturelle Probleme, die als religiöse Probleme verkleidet auftreten“.

Trotz aller existierender Schwierigkeiten und Probleme sprachen die Teilnehmer jedoch auch von positiven Erfahrungen und vielen Perspektiven bezüglich des interreligiösen Dialogs in ihren Heimatländern.

Dr. Göran Gunner, der für die Kirche von Schweden als Forscher tätig ist, stellte in seinem Heimatland Tendenzen zu einem liberalen, „schwedischen Islam“ fest.
„Frauen und Mädchen nehmen in immer mehr muslimischen Organisationen eine aktive Rolle ein“ erklärte Dr. Gunner.

Frau Els Vanderwaeren, die an der Universität Antwerpen für das Center for Migration and Intercultural Studies arbeitet, betonte dass Ausbildung und Erziehung eine essentielle Voraussetzung für das Stattfinden eines religiösen Dialogs seien. „Junge Muslime mit einem hohen Bildungsstandard, betrachten sich als toleranter und offener gegenüber Menschen mit verschiedenem Glauben".

Angesichts der Tatsache, dass in vielen europäischer Länder immer mehr Gleichgültigkeit gegenüber Glaube und religiösen Werten herrscht, stellte Pater Henri de la Hogue abschließend fest: „Es ist äußerst wichtig , dass die monotheistischen Religionen einen Weg finden, friedlich zusammenarbeiten und sich gemeinsam Gehör zu verschaffen.“

 

Die Referenten des zweiten Tages der Konferenz:

  • Pater Henri de la Hogue ,  Vizedirektor des Institut de Science et de Théologie des Religions am Institute Catholique de Paris
  • Dr. Sami Aldeeb, Berater für arabisches und islamisches Rechtam Swiss Institute of Comparative Law
  • Dr. Geries Khoury, Direktor des Al – Liqa’ Center for Religious and Heritage Studies in the Holy Land
  • Dr. Werner Wertgen, Professor der Theologie, Katholische Fachhochschule Paderborn
  • Frau Els Vanderwaeren, Center for Migration and Intercultural Studies, Universität Antwerpen
  • Dr Göran Gunner, Kirche von Schweden

Ein Tagungsbericht wird in wenigen Tagen verfügbar sein. Für weitere Informationen kontaktieren sie bitte religiousconference@bethlehem.edu

 

 

 

 

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