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„Ich bin froh zu hören, wie gut der Dialog zwischen den Konfessionen und Religionen hier auf einer alltäglichen Ebene funktioniert“, stellte Kurienkardinal Walter Kasper am vergangenen Montag, den 31. September, bei seinem Besuch an der Universität Bethlehem fest. Kardinal Kasper ist als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen für Fragen der Ökumene und die religiösen Beziehungen zum Judentum zuständig und hat sich in zahlreichen Veröffentlichungen und Interviews für den Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen ausgesprochen. Der Kardinal besuchte die Universität Bethlehem zusammen mit dem Apostolischen Delegat in Jerusalem und den besetzten Gebieten und Präsident der Universität, Erzbischof Antonio Franco, sowie dem Sekretär des Päpstlichen Rates, P. Norbert Othman.
Im diesem 1999 an der Universität gegründeten Studiengang werden den Studierenden Kenntnisse sowohl über das Christentum als auch über den Islam und das Judentum vermittelt. Das Studium, so Pater Khader, helfe den Studierenden, Unterschiede kennen und akzeptieren zu lernen. „Unwissen ist der größte Feind der Freundschaft zu anderen“, kommentierte Kardinal Kasper.
Der Dialog zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen funktioniere außerdem nicht, wenn er „nur zwischen Professoren stattfindet. Die Grundvoraussetzung für Dialog ist Freundschaft“, so der Kardinal. Im Gespräch mit Kardinal Kasper erzählten die Studierenden von den positiven Erfahrungen, die sie in ihrer Umgebung im Bezug auf das Zusammenleben von Menschen verschiedener Konfessionen und Religionen gemacht hätten. Die Universität Bethlehem, an der junge Menschen sowohl christlichen als auch muslimischen Glaubens studieren, biete ein ideales Umfeld für das alltägliche Zusammenleben der verschiedenen Religionen, so Abdel Massel Yunan, der römisch- katholisch ist und im ersten Jahr Religionswissenschaften studiert. Lina Morcos, die ebenfalls römisch- katholisch ist und im dritten Jahr Rechnungswesen studiert, erzählte von einem gemeinsamen Fastenbrechen während des Fastenmonats Ramadan, an dem Christen und Muslime teilnahmen. Nicola Al Seriani der im dritten Jahr Betriebswirtschaftslehre studiert und syrisch- katholisch ist, fügte im Namen seiner christlichen Kommilitonen hinzu: „Jeder von uns hat muslimische Freunde.“
Zu seiner Überraschung erfuhr der Kardinal im Laufe der Diskussion, dass sein 1974 erschienenes Buch „Jesus der Christus“ in den Lesungen des Studiengangs der Religionswissenschaften behandelt wurde. Mit einem der anwesenden Studenten, der erst kürzlich eine Klausur über das Buch geschrieben hatte, diskutierte er schließlich über verschiedene Passagen. Nach der Diskussion trafen sich Kardinal Kasper und seine Begleiter mit weiteren Fakultäts- und Verwaltungsmitgliedern der Universität und tauschte sich mit ihnen beim Mittagessen, das von Studierenden des Instituts für Hotelmanagement, zubereitet und serviert wurde, über das Leben an der Universität und die Situation in Bethlehem aus. Zum Abschluss des Besuchs überreichte Rektor Br. Daniel dem Kardinal die Ehrenmedaille der Universität Bethlehem. Kardinal Kasper ermutigte seine Gastgeber zum Abschied noch einmal, ihre extrem wichtige Aufgabe fortzuführen: „Viele Dinge, die in dieser Region passieren, sind nicht hinnehmbar. Wir müssen die Vergangenheit bewältigen. Was ich hier an der Universität Bethlehem gesehen habe, macht mir große Hoffnung. Die Studenten sind die Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft.“ Max Brenner, Universität Bethlehem |
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