
8. Januar 2010
Vor ihrem Besuch der Bethlehem Universität hatten die Studenten des Saint Mary’s College in Kalifornien bestimmte Vorstellungen von der religiösen und kulturellen Situation die sie vorfinden würden. Sie wurden überrascht von der Lebensfreude der sie begegnet sind. In einer Situation, in der man eher Trübsinn erwarten würde, trafen sie auf Gastfreundschaft und Humor.
Der dies jährige Besuch ist der vierte jährliche Besuch in Folge von Studenten der kalifornischen Universität hier in Bethlehem. Ihr Professor, Brother Donald Mansir, lehrte an der BU von 1988 bis 1993. Studenten der BU begleiteten die amerikanischen Studenten bei deren Touren zur Geburtkirche, zum Deheisheh Flüchtlingslager, und zur Altstadt von Hebron. Das High Light ihres Besuchs war jedoch, so die Studenten, der Besuch der Begegnungsstätte, Tent of Nations, zwischen Bethlehem und Hebron gelegen.
Der Absolvent der Bethlehem Universität, Dahoud Nassar, leitet die Begegnungsstätte auf dem Land, das seine Familie 1924 gekauft hat. Obwohl die Familie Besitzurkunden aus jeder Besatzungszeit vorweisen kann, befinden sie sich seit mehreren Jahrzehnten im Rechtsstreit mit Israel, um auf dem Land bleiben zu dürfen, welches von völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen umgeben ist.
Es wäre naheliegend, dass Dahoud resigniert eine Geschichte der Unterdrückung aus der Opferrolle erzählt. Jedoch damit weitgefehlt. Nachdem ihm der Anschluss an das von Israel kontrollierte Wasser- und Stromnetz verweigert wurde, setzt er nun - unterstützt von zwei deutschen Zivildienstleistenden - auf umweltfreundliche Technologien, wie Solarzellen zur Stromerzeugung, Sonnenkollektoren für warmes Wasser und auf traditionelle Zisternen um die Wasserversorgung der Begegnungsstätte zu gewährleisten.
Die Studenten waren beeindruckt von Dahoud’s Standpunkt, er habe keine Feinde. Aus den Medien kennten sie Palästinenser als ein radikalisiertes Volk, so die Studenten, jedoch während ihres Besuchs hätten sie viele vernünftige Menschen getroffen, die darauf hofften, dass Bildung ein Mittel zur Konfliktlösung sei.
Weitere Fotos vom Besuch der amerikanischen Studenten gibt es hier.