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Friedenspolitische Theateraufführung auf dem Vorplatz der Geburtskirche -
Mit Theater begegnen Deutsche und Palästinenser gemeinsamen Herausforderungen.

 

12.Mai 2010

Theaterworkshop

Vom 13. bis 20. April kam die deutsche Theatergruppe des Kölner Allerweltshauses mit 9 Schauspielern und 2 Betreuern an die Bethlehem Universität zu einem sehr ertragreichen Austausch mit der hiesigen Drama Society.

Während der ersten gemeinsamen Treffen gelang es Dr. Hala Yamani, Direktorin der palästinensischen Gruppe, und Paco Mirallas, Leiter der Kölner Gruppe, aus den beiden doch recht verschiedenen Gruppen eine Gruppe mit gutem Zusammenhalt zu formen. Sodann begann die gemeinsame Arbeit an einer Aufführung, die friedenspolitische Themen, wie Umweltschutz oder Gewalt in der Gesellschaft, insbesondere auch Gewalt durch eine Besatzungsmacht, aufarbeitet. Für die Teilnehmer des Workshops war es insbesondere wichtig, die Themen so darzustellen, dass sie die palästinensischen Zuschauer ansprechen, gleichzeitig jedoch auch eine Beziehung zu den deutschen Schauspielern haben. 

Das intensive Theatertraining wurde ergänzt durch gemeinsame Ausflüge in die Umgebung von Bethlehem. In Ramallah und den Dörfern nahe Bethlehem bekamen die deutschen Teilnehmer einen Eindruck vom Leben der Menschen in der West Bank.

Das Ergebnis des Workshops waren vier Aufführungen eines kurzen gemeinsamen Stücks in Bethlehem. Zunächst zwei Präsentation auf dem Campus der Bethlehem Universität, gefolgt von der großen Herausforderung im Aida Flüchtlingslager mit dem Theaterspiel soziale und politische Themen zu diskutieren und von dem Finale auf dem Vorplatz der Geburtskirche.

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Während der Aufführungen sehen wir wie zwei Personen so beschäftigt sind mit ihren alltäglichen Geschäften und sich selbst, dass sie Gewalt, Umweltzerstörung, Unterdrückung, Ausbeutung übersehen. Erst, wenn sie eingreifen, hören die Missstände auf.

Nach den Aufführungen gingen die Schauspieler auf die Zuschauer zu um mit Ihnen über die Eindrücke beim Anschauen des Stücks und ihre Erfahrungen zu sprechen. Die Reaktionen waren verschieden jedoch sehr positiv: Eine Studentin der Bethlehem Uni ist begeistert, wie sehr die vorgestellten Probleme ihre Realität wiedergeben. „So etwas erleben wir hier leider sehr oft.“ Die Schauspielerin aus Köln erwidert: „Nicht genauso, aber auf ähnliche Weise haben wir die selben Schwierigkeiten in Deutschland.“

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Für den Leiter der deutschen Theatergruppe erfüllte sich mit den Aufführungen im arabischen Bethlehem ein Traum:  „Es gibt mit Sicherheit viele Orte, an denen es toll ist Straßentheater zu spielen, aber Bethlehem ist noch ein mal etwas ganz besonderes!“

Paco Mirallas blickt zurück auf die gemeinsame Woche: „Es gibt Unterschiede zwischen uns und diese Unterschiede sind auch ganz spannend. Aber es überwiegen doch deutlich die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. Während dieser Woche des Workshops sind wir zu einer Gruppe zusammen gewachsen.“
Dr. Hala Yamani beschreibt begeistert die Reaktionen der Kinder aus dem Flüchtlingslager: „Sie sind mit Blicken jeder einzelnen Aktion der Schauspieler gefolgt. Aus ihren Reaktionen und Gesprächen konnte man ablesen, dass sie genau verstanden haben, was wir dargestellt haben.“

Am letzten gemeinsamen Abend händigte Br. Robert Smith, Direktor für Akademisches der Bethlehem Universität, Zertifikate für die erfolgreichen Teilnahmen am Workshop aus. In seiner kurzen Ansprache betonte er den besonderen Wert des kulturellen Austauschs für Palästinenser und Deutsche, sowie für die Bethlehem Universität.

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Dieser gemeinsame Workshop war das zweite Treffen der beiden Theatergruppen. Während des Herbstsemesters war die palästinensische Gruppe von der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe) und dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfahlen nach Köln eingeladen worden und hatte dort auf der Feier des 50. Geburtstags der AGEH zusammen mit der deutschen Gruppe ein Theaterstück über die aktive Teilnahmen von  Frauen am politischen Geschehen aufgeführt.
Der jetzige Gegenbesuch wurde ebenfalls vom MGFFI NRW unterstützt.

In Kürze wird eine DVD mit den Aufführungen veröffentlicht werden.  

Dr. Inge Tiemann, Fachkraft im Zivilen Friedensdienst von der AGEH entsandt, der wir für die Koordination des Workshops danken, soll hier das letzte Wort haben: „Wir hoffen, dass dieses Austauschprojekt auch in den kommenden Jahren weitergeführt und weiterentwickelt werden kann.“

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