21. Februar 2011
Vom 9. bis zum 11. Februar 2011 war die Bethlehem Universität Gastgeber für eine große Gruppe von Geistlichen, Experten im Feld der Gewaltlosigkeit, Religions- und Politikwissenschaften und lokalen Teilnehmern. Br. Peter Bray, Vize-Kanzler der Bethlehem Universität, Msgr. Fuad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, Dr. Mahmoud El-Habash, Minister für Religiöse Angelegenheiten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Bishop Munib Younan, Evangelisch-Lutherische Kirche von Jerusalem und Father Jamal Khader, Vorsitzender des Fachbereichs für Religionswissenschaften eröffneten die Konferenz. Viele der anwesenden Teilnehmer aus den USA, England, Bosnien, Deutschland, Belgien und Neuseeland nahmen eine weite Anreise in Kauf. Die Konferenz wurde unterstützt von der Pontifical Mission for Palestine, International Federation of Catholic Universities, Friends of Bethlehem University in England and Wales und dem Living Stones of the Holy Land Trust.

Father Jamal freute sich sehr über das zahlreiche Erscheinen und das große Interesse. Die Gäste kamen von vielen renommierten Universitäten weltweit. Unter Anderem von dem St. Mary’s College in London; Georgetown University, USA; Wadham College, Oxford, UK; California State University, USA und Princeton, USA. Zusätzlich nahmen viele einflussreiche Religiöse Führer aus Bethlehem und Jerusalem an der Konferenz teil. Rosemary, eine Absolventin des interreligiösen Dialoges, reiste von der Leuven Universitaet in Brüssel, Belgien an. Sie war sehr von dem Vortrag des bosnischen Professors Rusmir Mahmutćehajić berührt, der über „Knowing the other in pluralistic societies“ (in etwa: Die Kenntnis des Anderen in pluralistischen Gesellschaften) referierte. Rosemary glaubt, dass die Menschen ihren Glauben sorgfältiger verinnerlichen sollten, um Träger des Friedens zu werden.
Father Jamal legte den Fokus der Konferenz auf die Beziehungen zwischen Christen und Moslems und betonte sich nicht auf die theologischen Probleme des interreligiösen Dialoges versteifen zu wollen. Die Zahl der Vorträge spiegelte diesen Aufruf wieder und es wurden viele verschiedene Meinungen und Ansichten präsentiert. Father Jamals Meinung nach besteht ein großer Handlungsbedarf in der Diskussion und Lösung der Probleme zwischen Christen und Moslems, die die Beziehungen der beiden Religionen stark belasten. Rosemary schätzt die Situation ähnlich ein wie Father Jamal. Sie sagt, dass sie Menschen sehe, die zwar den religiösen Vorschriften folgen, den Glauben aber nicht leben, der uns eigentlich dazu verpflichte friedlich miteinander zu leben.
Brother Peter Bray betonte mit Hinblick auf die Unruhen im Nahen Osten, vor allem in Ägypten: „Es ist sehr wichtig sich adäquat mit Gewaltlosigkeit und Ehrlichkeit […] und dem Bekenntnis zum gegenseitigem Respekt auseinander zusetzten, […] da jeder Mensch wertvoll, einzigartig und von Gott erschaffen wurde.“ Erzbischof Twal wies auf die Notwendigkeit hin, dass Menschen des Glaubens ihre Aufrufe zur Gewaltlosigkeit erneuern sollen und rief Eltern und Lehrer dazu auf die Kinder zum Frieden zu erziehen, da ein Kind wie ein Samenkorn sei, das zu einer jungen Pflanze heranwachse. Wie ein Samenkorn die Sonne und Wasser zu wachsen braucht, brauchen Kinder Liebe und Frieden um zu gedeihen. Er forderte alle „Eltern sowie Personen, die für die Ausbildung der Kinder verantwortlich sind dazu auf Verantwortung zu übernehmen und die Ausbildung der Kinder nicht mehr der Strasse oder den Medien zu überlassen. Ansonsten werden sie die Leidtragenden sein, die den Preis der Gewalt, in der unsere Jugend aufwächst, zahlen müssen.“
Die Konferenz bestand aus mehreren Vorträgen von Experten. Jedem Vortrag folgte eine Zeit für Fragen und offene Diskussionen. Seit Bestehen unterstützt die Bethlehem Universität den interreligiösen Dialog und friedlichen Beziehungen und wirbt für Verständnis und Respekt in Palästina und über die Grenzen hinaus. Die teilnehmenden Experten betonten die Wichtigkeit des Engagements für gewaltfreie Aktionen. Dr. El-Habash sagte: „Gewalt und Barmherzigkeit können nicht zusammen existieren.“ Er sagte weiter, dass Christen und Moslems weiterhin an dem Respekt für alle Gläubigen festhalten sollen. Eines
der Pflichtfächer des Fachbereichs für Religionswissenschaften behandelt die drei monotheistischen Religionen. Der Bethlehem Universität ist es wichtig den Studenten einen guten Überblick über das Judentum, den Islam und das Christentum geben.
Weiter Informationen über das Programm der Konferenz und den Fachbereich der Religionswissenschaften finden sie hier.
Photos der Konferenz finden sie hier.
Die Rede von Bischof Fuad Twal finden sie hier.