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8. August 2019

«Bildung ist nicht nur ein Weg zu helfen, es ist der Weg! »

Ein Interview mit Vater Iyad über sein Leben und Wirken

     

Photo by: latin-schools.org

Vater Iyad Twal ist katholischer Priester und vor 25 von Jordanien nach Bethlehem gezogen. Er arbei-tet als Professor für Philosophie und Religions-wissenschaften an der Bethlehem Universität, als Leiter aller Schulen der Patriachats in Palästina und Israel, sowie als Generalsekretär für alle christlichen Schulen im Land.


Vater Iyad, was hat Sie dazu bewegt vor 25 Jahren nach Palästina zu siehen?

Jordanien, Palästina, Israel und Zypern sind alle Teil des Heiligen Landes. Sie sind eine Diözese. Ich habe mich dazu entschieden wegen des Priesterseminars hierher zu kommen, zu welchem alle, die Priester werden wollen, gehen.

Ich habe mein Abitur in Jordanien gemacht, wo ich ursprünglich herkomme und wo meine Familie auch heute noch lebt. Ich beschloss Priester für das Lateinische Patriachat zu werden. Ich besuchte ab 1990 das Priesterseminar und nach sieben Jahren des Lernens habe ich meine ersten Bachelorabschlüsse in Philosphie und Theologie erhalten. Im Jahre 1998 wurde ich dann geweihter Priester. Seitdem habe ich in vielen Gemeinden und Orten gearbeitet.

Wie haben Ihre Familie und Freunde auf Ihre Entscheidung reagiert?

Das war überhaupt nicht einfach, nicht für sie und auch nicht für mich. Damals herrschte im Land noch die Intifada und der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien war noch nicht vorhanden. Wir hatten keine Möglichkeit Briefe zu schicken oder über das Telefon zu sprechen und zwischen den beiden Ländern zu reisen war schwierig.

Also am Anfang, sagen wir die ersten drei, vier Jahre, waren sie überhaupt nicht damit einverstanden und lehnten es ab. Aber wenn man versucht seinen Traum zu verwirklichen und seine Ziele, dann kämpft man dafür! Es war eine gute Herausforderung, um meiner Berufung zu folgen. Ich liebte es, ich hatte Spaβ dabei und schlussendlich akzeptierte meine Familie es und jetzt laufen die Sachen sehr gut.

Vater Iyad, was hat Sie dazu bewegt vor 25 Jahren nach Palästina zu siehen?

Jordanien, Palästina, Israel und Zypern sind alle Teil des Heiligen Landes. Sie sind eine Diözese. Ich habe mich dazu entschieden wegen des Priesterseminars hierher zu kommen, zu welchem alle, die Priester werden wollen, gehen.

Ich habe mein Abitur in Jordanien gemacht, wo ich ursprünglich herkomme und wo meine Familie auch heute noch lebt. Ich beschloss Priester für das Lateinische Patriachat zu werden. Ich besuchte ab 1990 das Priesterseminar und nach sieben Jahren des Lernens habe ich meine ersten Bachelorabschlüsse in Philosphie und Theologie erhalten. Im Jahre 1998 wurde ich dann geweihter Priester. Seitdem habe ich in vielen Gemeinden und Orten gearbeitet.

Wie haben Ihre Familie und Freunde auf Ihre Entscheidung reagiert? Waren die anfänglichen Probleme eher auf Ihren Wunsch Priester zu werden bezogen oder auf Ihre Aussreise

Das war überhaupt nicht einfach, nicht für sie und auch nicht für mich. Damals herrschte im Land noch die Intifada und der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien war noch nicht vorhanden. Wir hatten keine Möglichkeit Briefe zu schicken oder über das Telefon zu sprechen und zwischen den beiden Ländern zu reisen war schwierig.

Also am Anfang, sagen wir die ersten drei, vier Jahre, waren sie überhaupt nicht damit einverstanden und lehnten es ab. Aber wenn man versucht seinen Traum zu verwirklichen und seine Ziele, dann kämpft man dafür! Es war eine gute Herausforderung, um meiner Berufung zu folgen. Ich liebte es, ich hatte Spaβ dabei und schlussendlich akzeptierte meine Familie es und jetzt laufen die Sachen sehr gut.

Waren die anfänglichen Probleme eher auf Ihren Wunsch Priester zu werden bezogen oder auf Ihre Aussreise

Beides. Zuallererst, dass ich wegging: Ein junger Mann der an einen Ort ging, wo die Situation sehr unsicher war. Es ist ein anderes Land, in welchem es nicht leicht war Briefe zu schicken oder zu telefonieren  und natürlich gab es zu dieser Zeit auch noch kein Internt oder Soziale Medien. Also ja, die Hauptsorge bezog sich eher darauf wohin ich wollte als was ich machen wollte.

Und ja, die Idee Priester zu werden wurde nicht gut aufgenommen, obwohl ich aus einer katholischen Familie komme. Meine Brüder und Schwestern studierten alle an der Universität und waren sogar so gut, dass sie Stipendien erhielten. Es war der Traum meiner Eltern, dass alle ihre Kinder eine sehr gute Bildung erhalten und zur Universität gehen sollten. Warum sollte ich es nicht so machen wie meine Geschwister? Warum Priester werden?

Auβerdem ist in unserer Kultur, hier im Mittleren Osten, eines der Hauptelemente, um glücklich zu sein und erfolgreich zu sein, die Ehe und Kinder. Wenn man ein katholischer Priester wird, nimmt man sozusagen das gröβte Glück auf Erden einfach weg.

Sie arbeiten als Priester, an der Bethlehem Universität und dazu noch als Leiter aller Schulen des Patriachat im Land. Welches ist Ihre liebste Arbeit?

Das, was ich liebe, was mir Spaβ macht und in welchem ich meine Leidenschaft finden kann, ist das Unterrichten. Unterrrichten und der akademische Alltag. Das bedeutet das Wissen, die Forschung und dabei der Jugend zu helfen. Ich lebe meinen Traum und meine Leidenschaft anderen, durch sowohl mein Priesteramt als auch durch meine Arbeit als Lehrer, zu helfen. Es gibt viele Dinge, die wir den Schülern, egal ob Christen oder nicht Christen, in der Schule oder an der Universität, beibringen und zeigen können: Durch Lehren, während wir die Werte, an welche wir glauben und an welche ich glaube, leben.

Leider verbringe ich die meiste Zeit mit der Verwaltung. Wir haben 17 Schulen und in diesen 17 Schulen gibt es tausende Schüler und hunderte Lehrer und all die technischen, administrativen und finanziellen Punkte, um die sich gekümmert werden muss: Die Kostenplannung, die Gehälter, das Spendensammeln, unsere Vision, die wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren in unsere Schulen implementieren wollen, und die Qualität der Bildung.

Ich habe also alle diese Dinge täglich auf meinem  Schreibtisch liegen, aber ich bin natürlich nicht allein. Ich habe ein sehr qualifiziertes Team und Kollegen, welche mit mir arbeiten - die Priester der unterschiedlichen Gemeinden, die Schulleiter und die Menschen, die mit mir unterrichten. In dieser Familie teilen wir die gleiche Verantwortung und arbeiten zusammen.

Wie wird der christliche Glaube oder ganz im allgemeinen Religion an Ihren Schulen gelehrt?

Wir sind eine christliche Schule, also ist uns und anderen unsere Identität sehr bewusst. Mit anderen meine ich Nicht-Christen, Eltern, Familien, die Gesellschaft. Wir sind eine christliche Schule aber die Grundlage unseres Bildungssystems ist die Menschenwürde und die menschlichen Werte.

Wir behalten unsere eigenen Werte - als christliche Werte - aber gleichzeitig unterrichten wir jedermann. Egal ob Christ oder kein Christ, konzentrieren wir uns auf die Qualität unseres Bildungsangebots. Wir halten uns an das nationale Curriculum und wir lehren es, wobei im Vordergrund unsere Werte stehen: Werte von Koexistenz, von Dialog, von Frieden und das zu leben an was man glaubt-achtlos unserer Unterschiede. Wir zusammen können ein Beispiel einer offenen und vereinten Gesellschaft sein, unabhähngig von Religionen oder anderer Hintergründe.

Wir sind keine Eilteschulen. Sie sind nicht nur für wohlhabende Schüler oder irgendwie geschlossen. Wir haben Arme und Reiche, wir haben Leute aus Städten und aus Dörfern, aus Vororten und Innenstädten, wir haben Christen und Muslime und im Norden sogar Drusen. Es sind kosmopolitische Schulen. Es sind offne Schulen. Sie sind gegründet auf der qualitativen Bildung für alle.

Sie haben gerade über Koexistenz, Zusammenhalt und Offenheit gesprochen. Was sind Ihre Hoffnungen für Bildung? Inwiefern kann Bildung Menschen helfen?

Bildung ist nicht nur ein Weg zu helfen, es ist der Weg! Um allen zu zeigen, dass durch Erziehung und Bildung die Menscheit zusammenleben kann.

Papst Franziskus war, mit dem höchsten islamischen Verterter, der Mufti von Al-Azhar, in Abu Dhabi. Sie haben eine Vereinbarung unterschrieben und es ist eine symbolische und historische. Diese Vereinbarung ist ein sehr, sehr machtvolles Zeichen, dass Religion ein Element  von Aufbau, von Koexistenz sein sollte, dass Religion ein Bestandteil von Frieden sein sollte, dass es ein Bestandteil des Friedens ist. Wir können Krieg  im Namen des Glaubens nicht verantworten und nicht rechtfertigen.

Kurz danach fragte mich ein italienischer Journalist, was ich über diese Initiative halten würde. Ich sagte ihm, dass das genau das sei, was wir an unseren Schulen tuen würden.

Es ist ein alltägliches Beispiel in unseren Schulen, wie es möglich sein kann unterschiedlich und zugleich Mensch zu sein, wie man Unterschied akzeptieren kann. Um uns herum, nich nur im Mittleren Osten, sondern auf der ganzen Welt gibt es abertausende Religionen. In Ordnung, jeder glaubt an das, was er möchte... Aber warum sollte das ein Grund zum Kämpfen sein?

Ich will hier nicht die Werbetrommel für unsere Schulen schlagen, wir glauben wirklich daran. Jeder der daran interessiert ist das zu verstehen kann gerne eine unserer Schulen besuchen und sie werden es sehen und bemerken. Sie werden es dierekt vor sich sehen. Es ist ein sehr realistisches Beispiel, klar und stark, an was wir Glauben und was wir erreichen wollen. Das gleiche trifft auf die Bethlehem Universität zu: Es ist eine christliche Universität, in welcher wir an unsere Werte glauben, an welcher wir unsere Werte leben und schauen Sie sich einmal um, wie viele Lehrer und Studenten an die gleiche wunderschöne Idee glauben und sie leben. Tatsächlich ist es kein Traum, keine Ideologie, wir leben es: Zusammen zu sein, mit unterschiedlichem Glauben und Religionen.

Bethlehem University Foundation
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